Studienplatzklage
Einklagen statt aufgeben!

“Endlich studieren,
ohne Hindernisse!”

Medizinstudentin, Mareike S., 19 Jahre

Durch Studienplatzklage Medizinstudentin

“Ich wollte es unbedingt,
nun darf ich auch!”

Tiermedizinstudentin, Stefanie B., 19 Jahre

Druch Studienplatzklage Tiermedizinstudentin

“Man muss für sein
Recht kämpfen!”

Jurastudent, Christian B., 23 Jahre

Durch Studienplatzklage Jurastudent

Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner
Rechtsanwalt Helmut Gebhardt

Studienplatzklagen für alle Fächer

Ihre Anwaltskanzlei für juristische Unterstützung bei einer Studienplatzklage

Die tatsächliche Situation von Studienplatzinteressenten außerhalb der Jahresfristenquote wird immer unübersichtlicher. Die noch vor einigen Jahren sehr erfolgsversprechenden sogenannten Studienplatzklagen haben im 1. Fachsemester, insbesondere in medizinischen Fächern stark an Bedeutung verloren und sich auf andere Studiengänge wie Psychologie, BWL, Pharmazie, Rechtswissenschaften, Chemie oder Biologie verlagert. Es stellen sich hier viele Fragen wie die, ob eine Studienplatzklage im 1. Fachsemester Medizin, Zahnmedizin/Tiermedizin noch sinnvoll ist. Soll eine Auslandsstudium angestrebt werden? Usw. Wir bemühen uns auf diese Fragen von Studienplatzbewerbern einzugehen und hier mit realistischen und ungeschönten Antworten mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Gründe Ablauf Kosten Kanzlei

Uni-Kompass

Auf unserem Uni Kompass
listen wir einige Universi-
täten auf.

mehr erfahren

Kontakt & Anschrift

Bundesweit langjährige Erfahrung in der erfolgreichen Vertretung einer Vielzahl von Mandanten in Studienplatzklagen.

In unserer Kanzlei im Zentrum von Bamberg sind für Sie 4 Rechtsanwälte auf allen wichtigen Rechtsgebieten beratend und betreuend tätig.

Helmut Gebhardt         Thomas Kliemann
Peter Stein                    Matthias Kaller
Rainer Werthmann


Friedrichstraße 7, 96047 Bamberg,
Telefon: (0951) 50 999-0 Telefax: (0951) 50 999-11
studienplatzklage@gebhardtundkliemann.de

Kontaktformular

Studienplatzklage

Formell läuft eine sogenannte Studienplatzklage wie folgt ab:
Es besteht für abgehende Bewerber die Möglichkeit an Verwaltungsgerichten sogenannte Studienplatzklagen zu erheben. Hierbei handelt es sich überwiegend tatsächlich um Eilanträge (einstweilige Verfügungsverfahren), daneben sind bei einigen Universitäten zusätzliche Hauptsacheklagen erforderlich. Das Verfahren richtet gegen die jeweilige Universität, nicht gegen die Stiftung HochschulStart, soweit eine zentrale Vergabe erfolgt.

Innerhalb der verwaltungsgerichtlichen Verfahren wird von Verwaltungsgerichten festgelegt, ob neben den regulär verteilten Studienplätzen weitere sogenannte Plätze außerhalb der Kapazität vorhanden sind. Nach der ständigen Rechtsprechung der Verwaltungsgerichte haben die Hochschulen eine erschöpfende Vergabe vorzunehmen und demzufolge im Rahmen ihrer Möglichkeiten möglichst viele Studenten/Studentinnen auszubilden. An diesem Verteilungsverfahren außerhalb der Kapazität nehmen nur diejenigen Studenten/Studentinnen teil, die sich an entsprechenden gerichtlichen Verfahren beteiligt haben. Im Rahmen der Studienplatzklagen wird von den Verwaltungsgerichten geprüft, inwieweit die Universität ihre Plätze voll ausgeschöpft hat oder ob tatsächlich noch Ressourcen zur Verfügung stehen. Diese Sach- und Rechtslage ist insoweit sehr kompliziert und erfordert eine langjährige Erfahrung. In der Praxis „kalkulieren” einige Universitäten bereits die Bereitstellung weiterer Studienplätze im Rahmen der gerichtlichen Verfahren ein, so dass von Anfang an nicht immer alle Studienplätze über die ZVS vergeben werden.

Die Studienplatzklagen/Eilverfahren werden durch gerichtlichen Beschluss, Urteil oder durch Vergleich beendet. Die Verteilung erfolgt in der Regel durch Verlosung unabhängig von der Abiturnote, Wartezeit und sonstige persönlichen Umständen ausschließlich unter den jeweiligen Beteiligten der einzelnen Verfahren. Damit besteht auch ohne Wartezeit und/oder schlechter Abiturnote die Möglichkeit einen Studienplatz zu erhalten.

Die Chancen auf Erhalt eines Studienplatzes steigen bei der Teilnahme an möglichst vielen gerichtlichen Verteilungsverfahren, wobei die Verteilungsverfahren selbst bundeseinheitlich erfolgen und nicht beeinflussbar sind.

In den Fächern Humanmedizin, Zahnmedizin und Tiermedizin ist für das erste Semester eine Studienplatzklage nur noch bedingt zu empfehlen. Viele Universitäten vergeben zwischenzeitlich mehr reguläre Studienplätze im ersten Semester, sodass die Erfolgsaussichten einer Studienplatzklage zwischenzeitlich stark rückläufig sind. Wir verweisen soweit auf die Ausführungen im nachfolgenden Vortrag ärztlicher Kreisverband vom 17.06.2015.

In höheren Fachsemestern sind auch in medizinischen Fächern die Erfolgsaussichten demgegenüber nach wie vor relativ gut. Gleiches ist für die nichtmedizinischen Fächer auszuführen. Wir verweisen insoweit auf unsere nachfolgende Ausführungen unter der Rubrik „Studienplatz für nichtmedizinische Fächer.

Vortrag ärztlicher Kreisverband Bamberg 17.06.2015

1. Rechtsgrundlagen

Sogenannte Studienplatzklagen sind eine der wenigen Verfahren, die direkt auf dem Grundgesetz basieren. Das Grundgesetz enthält in Artikeln 1 bis 19 Grundrechte, die jedem Staatsbürger zustehen. Hierunter fallen beispielsweise die Menschenwürde, die Meinungsfreiheit, der besondere Schutz der Ehe und der Familie, die Freizügigkeit sowie in Artikel 12 des Grundgesetzes die Berufs- und Ausbildungsfreiheit.

Zur Ausbildungsfreiheit gehört das Recht eines jeden Staatsbürgers auf Zulassung zum Hochschulstudium seiner Wahl. Gegen dieses Grundrecht wird de facto mit dem Numerus Clausus verstoßen. Dies führt dazu, dass nach der Rechtsprechung der Verfassungsgerichte, und dem folgend die Verwaltungsgerichte, die Universitäten im Rahmen ihrer Möglichkeiten verpflichtet sind, möglichst viele Studenten bzw. Studentinnen auszubilden. Praktisch wird dies im Wesentlichen anhand der vorhanden Lehrpersonen ermittelt. Je nach Status der Lehrpersonen (Professor, Doktorand, usw.) ist eine bestimmte Lehrverpflichtung vorliegend. Anhand dieser Lehrverpflichtung wird dann unter Einbeziehung verschiedener weiterer Regularien, wie beispielsweise der Schwundquote, Deputatsermäßigungen usw., die Zahl der Studenten/Studentinnen, die ausgebildet werden können (müssen), errechnet.

Im klinischen Teil kommt eine mögliche Begrenzung aufgrund der Zahl tagesbelegter Betten in Betracht, wobei nach überwiegender Rechtsprechung die Mitternachtszählung zählt, also damit nur Patienten, die stationär in der Klinik aufgenommen sind und über Nacht bleiben und nicht Patienten einer Tagesklinik.

Bei Zahnmedizin kommt eine mögliche Kapazitätsbegrenzung im Hinblick auf die Zahl der Behandlungsstühle hinzu.

Sogenannte Studienplatzklagen sind nicht nur in medizinischen Fächern, sondern in allen Fächern und auch bei Bachelor- und Masterstudiengängen möglich. Bei Masterstudiengängen ist erfahrungsgemäß weniger auf die Ausbildungskapazität sondern auf künstlich aufgebaute Ausschlüsse in den Zugangssatzungen der Universitäten abzustellen.

2. Erfolgsaussichten

Hier ist zu unterscheiden zwischen einem Vorgehen im höheren Fachsemester sowie einem Vorgehen zum 1. Semester.

a) Erfolgsaussichten für das erste Fachsemester

Hier ist in den letzten Jahren eine Wandel in der Weise eingetreten, dass sich die Zahl der zu erwartenden Plätze deutlich reduziert hat. Während noch vor 10 Jahren die zu erwartenden Plätze, die durch die gerichtlichen Verfahren realisiert worden waren, nahe an die Zahl der gerichtlichen Antragssteller herangekommen ist, ist zwischenzeitlich die Situation vorliegend, dass bundesweit 2015/2016 bei voraussichtlich ca. 250 gerichtlichen Antragsstellern für Humanmedizin im Wintersemester 2014/2015 Plätze in der Größenordnung von insgesamt ca. 30 im 1. Fachsemester gegenüberstehen dürften, sodass die Verfahren nunmehr spekulativer Natur sind.

Wie bei allen spekulativen Entscheidungen muss  sich jeder die Frage stellen, ob er trotz der bestehenden Unsicherheiten eine Durchführung eines derartigen Verfahrens wünscht oder ob dies nicht der Fall ist.

Dafür spricht, dass jedes Jahr, mit dem eine früherer Studienbeginn erzielt wird, dazu führt, dass bei einer späteren Aufnahme der beruflichen Tätigkeiten als Arzt/Zahnarzt eine Jahresgehalt mehr erzielt wird. Dafür spricht auch, dass beispielsweise Familiengründungen und ähnliches leichter bzw. früher möglich sind.

Dagegen spricht naturgemäß der finanzielle Aufwand, der mit einem gerichtlichen Verfahren entsteht. Auf diesen komme ich noch gesondert zurück.

Letztlich muss jeder Interessent für sich entscheiden, ob er ein derartiges Verfahren wünscht oder nicht.

Häufig wird die Frage gestellt, bei welchen Universitäten die größte Erfolgsaussicht besteht. Diese Frage lässt sich so nicht beantworten. Die Situation ist die, dass die maximal 30 Plätze, die voraussichtlich künftig im ersten Semester Humanmedizin ungefähr zu erwarten sind, sich auf wenige Universitäten verteilen, bei denen Chancen bestehen, dass von den Verwaltungsgerichten Plätze zugesprochen werden. Wichtig ist, dass hier eine frühzeitige Abstimmung des Vorgehens vor der regulären Bewerbung bei Hochschulstart erfolgt und somit sämtliche Fristen und Formalien, auf die ich später noch gesondert eingehen werde, eingehalten werden.

Derzeit sehe ich Erfolgsaussichten bei folgenden Universitäten:

- Mannheim
- Jena
- Halle
- Ulm
- Tübingen
- Hamburg

Die meisten der Kläger gehen gerichtlich gegen mehrere Universitäten vor. Dies führt dazu, dass letztlich diesen ca. 250 Klägern die Gesamtzahl der sich bei den einzelnen Universitäten ergebenden Plätze gegenüberstehen.

b) Erfolgsaussichten bei höheren Fachsemestern

Hier sind die Erfolgsaussichten nach wie deutlich höher.

Erfolgsaussichten bestehen insbesondere hier bei folgenden Universitäten:

- Hamburg
- Heidelberg
- Jena
- Magdeburg
- Mannheim
- Saarland
- Tübingen

Die deutlich höhere Erfolgsaussicht ist darauf zurückzuführen, dass naturgemäß im 1. Fachsemester jeder der über ein Abitur oder eine sonstige Hochschulzulassungsberechtigung verfügt, gerichtlich vorgehen kann, während es bei höheren Fachsemester erforderlich ist, das Physikum bzw. Studienleistungen für 1, 2 oder mehreren Fachsemester nachzuweisen. Damit ist hier das Zahlenverhältnis naturgemäß wesentlich günstiger wie dies im ersten Semester der Fall ist. Im letzten Wintersemester 2013/2014 hatten beispielsweise bundesweit insgesamt rund 150 Bewerber/Bewerberinnen vorgelegen, die sich um ein klinisches Semester beworben hatten.

Anzurechnende Studienleistungen können sich zum einen aus einem Studium im Inland wie auch einem Studium im Ausland ergeben.

aa) Studienleistungen im Inland

Diese kommen beispielsweise bei einem Teilstudienplatz in Betracht für das Vorklinikum, der teilweise von Universitäten in einem regulären Bewerbungsverfahren vergeben wird; teilweise auch bei gerichtlichen Entscheidungen, hier endet teilweise die Zulassung mit Abschluss des Physikums.

bb) Studienleistungen im Ausland

Aufgrund der Tatsache, dass die Erfolgsaussichten im 1. Fachsemester stark zurückgingen, erfolgt zwischenzeitlich die Empfehlung neben einer sogenannten Studienplatzklage, Studienleistungen im Ausland zu erbringen. Hier hatte jahrelang die Tendenz nach Ungarn vorgelegen, nachdem dort in Deutsch unterrichtet wird. In den letzten Jahren ist Anträge in Ungarn eine Verschlechterung dahingehend eingetreten, dass in Ungarn sehr hohe Studiengebühren zu leisten sind sowie dort durch die Universitäten versucht wird, ein Vorbereitungsjahr vor dem eigentlichen Studium zu erzwingen, was zum einen zum Verlust von einem Jahr führt und zum anderem naturgemäß erhebliche Kosten verursacht. Aus diesen Gründen wählen zwischenzeitlich viele Interessierte andere Länder wie beispielsweise Bulgarien usw. aus. Ich persönlich hatte beispielsweise mehrfach Kontakt mit einer Vermittlung in Varna, wobei ich einen  guten Eindruck habe, insbesondere auch nachdem hier auch ein deutscher Arzt eingebunden ist. Das Studium findet dort in Englisch statt. Es erfolgt eine Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung, wobei nach meiner Kenntnis bisher alle Bewerber diese Aufnahmeprüfung bestanden haben und damit ein sofortiger Studienbeginn ohne Wartezeit, Klage usw. möglich ist.

cc) Studium in Österreich

Häufig wird auch versucht einen Studienplatz in Österreich zu erhalten. Hier ist die Aufnahmeprüfung eine sehr hohe Hürde. Der Nachteil ist auch, dass das Studium in Österreich anderes aufgebaut ist als in Deutschland, sodass ein Wechsel und eine Fortführung des Studiums in Deutschland, der üblicherweise beim Auslandsstudium spätestens zum Physikum angestrebt wird, nicht möglich ist.

Sogenannte Studienplatzklagen sind in allen Fächern möglich. Zwischenzeitlich hat sich hier eine erhöhte Nachfrage insbesondere in Psychologie, jedoch auch in allen sonstigen Studiengängen, wie Rechtswissenschaften, Pädagogik usw., entwickelt. In diesen Fächern sind die Chancen relativ hoch, nachdem hier deutlich weniger Bewerber vorliegend sind. Hier sind häufig auch Verfahrensfehler bzw. Fehler bei der Kapazitätsfestsetzung bei den Hochschulen vorliegend, nachdem diese in nichtmedizinischen Fächern wenig auf Studienplatzklagen eingestellt und betreffend er dortigen Klippen wenig erfahren sind und demzufolge bei den Festsetzungen der Hochschulverwaltungen teilweise Fehler auftreten.

3. Ausblick Psychologie

Aufgrund der stark gesunkenen Chancen in den kernmedizinischen Fächern weichen viele Bewerber von Studienplätzen zwischenzeitlich auf Psychologie aus. Dies hat dazu geführt, dass auch in Psychologie, wo früher praktisch mit einer Studienplatzklage problemlos ein Studienplatz zu erzielen war, eingeschränkte Erfolgsaussichten eingetreten sind.

Hier sind bei folgenden Universitäten Erfolgsaussichten vorliegend

- Kiel
- Göttingen
- Hamburg
- Leipzig
- Würzburg

Bei folgenden Universitäten liegen bisher keine Entscheidungen vor:

- Gelsenkirchen
- Greifswald
- Oldenburg
- Magdeburg
- Gießen
- Marburg
- Karlsruhe

Bei der Universität in Bamberg, wo bisher immer mit positiven Entscheidungen zu rechnen war, ist zwischenzeitlich eine negative Tendenz vorliegend, nachdem die Universität Bamberg zwischenzeitlich deutlich mehr reguläre Plätze vergibt.

4. Verteilung der Plätze

Es gibt zwei Verteilungsverfahren. Die erste Alternative ist unabhängig von Noten und sonstigen persönlichen/subjektiven Voraussetzungen, bei dem die sich ergebenden Plätze unter allen verfahrensführenden Parteien verlost werden. Hier spielt die Abiturnote, eine eventuelle Wartezeit usw. keine Rolle. Dies ist beispielsweise in Bayern, jedoch auch in ca. zwei Dritteln der übrigen Bundesländer der Fall.

Die zweite Alternative, die beispielsweise in Baden-Württemberg angewandt wird, ist dass eine Verteilung nach den Richtlinien von Hochschulstart bzw. früher ZVS erfolgt, sodass nur diejenigen Plätze erhalten, die über eine entsprechend gute Abiturnote bzw. Wartezeit verfügen. Dies ist beispielsweise in Baden-Württemberg mit Ausnahme von Tübingen der Fall. In Tübingen werden die Plätze unter allen Antragstellern verlost, wie vorstehend als Alternative 1. dargestellt.

5. Kosten

Die Anwalts- und Gerichtskosten sind ähnlich wie die ärztliche Gebührenordnung gesetzlich geregelt. Üblicherweise wird von Anwälten der einfache Satz der gesetzlichen Gebührenordnung in Ansatz gebracht. Die entstehenden Kosten bilden sich aus drei Faktoren, es handelt sich hierbei zunächst um Gerichtskosten, eigene Anwaltskosten sowie je nach Bundesland eventuell entstehenden Gegenanwaltskosten.

Für ein üblicherweise zumindest erforderliches Eilverfahren gegen die Universitäten muss mit eigenen Anwaltskosten in einer Größenordnung von ca. 300-500 Euro, mit Gerichtskosten in einer Größenordnung von 100-200 Euro sowie teilweise mit Gegenanwaltskosten in Höhe der eigenen Anwaltskosten gerechnet werden.

Hinzukommen können Kosten für eventeulle erforderlich werdende Hauptsacheverfahren oder Rechtsmittelverfahren, die je nach Verfahrensablauf entstehen können.

Ein Teil der Universitäten lässt sich durch Rechtsanwälte vertreten. Hier muss, wie vorstehend ausgeführt, teilweise mit zu tragenden Gegenanwaltskosten gerechnet werden. Die Universitäten in Bayern vertreten sich grundsätzlich selbst, sodass hier Gegenanwaltskosten nicht anfallen.

Des Weiteren gibt es bei Anwaltskosten der Universitäten eine unterschiedliche Handhabe bei den Verwaltungsgerichte. Häufig wird, soweit sich zusätzliche Plätze ergeben, von den Verwaltungsgerichten Kostenaufhebung angeordnet, sodass Gegenanwaltskosten nicht anfallen. Teilweise sind die Gegenanwaltskosten von den Antragstellern zu tragen. Die Rechtsprechung der Verwaltungsgerichte ist hier uneinheitlich.

Die Verfahren sind, wie einleitend ausgeführt, auch im Hinblick auf das Ergebnis spekulativ und beruhen auf Erfahrungswerten. Häufig ist es so, dass bei Universitäten, bei denen in den vergangenen Jahren Plätze erzielt wurden, dies auch in der Folgezeit der Fall ist, wobei hier immer wieder aufgrund von Reaktionen der Universitäten Änderungen eintreten können. Änderungen ergeben sich z.B. dadurch, dass Universitäten versuchen, die Kapazität, und damit die Zahl der regulären Plätze, zu verringern, woraus sich wieder neue Angriffsmöglichkeiten ergeben. Änderungen ergeben sich weiterhin dadurch, dass manche Universitäten überbuchen, d.h. regulär mehr Studenten zulassen, sodass die Kapazität ausgeschöpft wird. Damit liegen viele Unwägbarkeiten vor, sodass nicht sicher prognostiziert werden kann, bei welchen Universitäten sich jeweils Plätze ergeben und es können hier nur aufgrund der Erfahrung der vergangenen Jahre Empfehlungen ausgesprochen werden. Sowohl bei den einzelnen Bundesländern sowie auch bei den einzelnen Verwaltungsgerichten ist hier eine völlig unterschiedliche Handhabe sowohl in formeller wie auch in materieller Hinsicht üblich.

Wenig sinnvoll ist es, gegen Universitäten vorzugehen, bei denen in einer Vielzahl von Jahren keinerlei Plätze erzielt werden konnten, wie dies beispielsweise im 1. Semester in Erlangen oder Würzburg der Fall ist, nachdem es hier sehr unwahrscheinlich ist, dass sich hier die Situation ändert. Damit ist ein Vorgehen gegen derartige Universitäten unwirtschaftlich und führt mangels Erfolgsaussicht zu unnötigen Kosten.

6. Fristen

Bei den einzelnen Bundesländern sind unterschiedliche Fristen vorliegend. Die Fristen entsprechen den Fristen bei Hochschulstart. Bei andren Bundesländern sind keinerlei Fristen vorliegend, wobei beispielsweise in München sogar nach der Rechtsprechung ein Vorgehen noch bis Semesterende möglich wäre. Damit ist hier ein Spektrum von sehr frühen Fristen bis praktisch keine Fristen vorliegend. Wie ausgeführt hängt dies vom jeweiligen Bundesland ab. Für das Sommersemester enden die ersten Fristen am 15.Januar, im Wintersemester mit dem 31. Mai.

7. Formelles

Es wird immer von Studienplatzklagen gesprochen. Tatsächlich handelt es sich normalerweise nicht um Klagen, sondern um einsteilige Verfügungsverfahren. Dies, nachdem Hauptsacheverfahren bei Verwaltungsgerichten normalerweise nicht vor 2 bis 3 Jahren entschieden werden, sodass dann eine Entscheidung relativ spät ergeht.

Hauptsacheklagen werden erforderlich, um die Bestandskraft eines Ablehnungsbescheids zu unterbrechen, nachdem ansonsten die Bestandskraft im Hauptsacheverfahren dem einstweiligen Verfügungsverfahren den Boden entziehen würde.

Mit dem Antrag auf Zulassung außerhalb der Kapazität muss eine eidesstattliche Erklärung des Interessenten vorgelegt werden, bisher nicht in dem begehrten Fach bereits eine Zulassung erhalten oder bereits studiert zu haben.

Ein Auslandsstudium schadet hierbei nicht.

Um Studienplatzklagen zu erschweren, haben einige Bundesländer durch Verordnungen neben dem Erfordernis des Einhaltens der vorstehend beschriebenen Fristen, auch sonstige formelle Hürden aufgebaut. So ist es beispielsweise in Baden-Württemberg bzw. Sachsen-Anhalt erforderlich, bei einem gerichtlichen Vorgehen auf einen außerkapazitären Studienplatz auch eine Bewerbung innerhalb der Kapazität vorgenommen zu haben.

Insbesondere in Mannheim und in Jena ist es zudem erforderlich, eine gewisse Rangstelle bei der regulären Bewerbung bei Hochschulstart einzuhalten. Aus diesen Gründen ist, wie bereits ausgeführt, eine frühzeitige Abstimmung für die Erfolgsaussicht von erheblicher Wichtigkeit.

Bei anderen Bundesländern, beispielsweise in Bayern, sind derartige formelle Einschränkungen/Hürden nicht vorliegend. In Bayern und Sachsen ist es beispielsweise nicht erforderlich, dass eine innerkapazitäre Bewerbung erforderlich ist und es kann hier ein gerichtliches Vorgehen sogar erfolgen, wenn keinerlei Bewerbungen bei Hochschulstart vorliegen.

8. Verfahrensgang

Die entsprechenden Verfahren richten sich nicht gegen die Stiftung Hochschulstart (früher ZVS), sondern gegen diejenige Universität, bei der ein Studienplatz begehrt wird. Es handelt sich hierbei üblicherweise um einstweilige Verfügungsverfahren, nachdem bei Hauptsacheverfahren beim Verwaltungsgericht üblicherweise eine Laufzeit von mehreren Jahren vorliegt. Von einem Teil der Universitäten werden gütliche Einigungen in Form eines Vergleichs erzielt, wonach von der Universität eine bestimmte Menge von zusätzlichen Studienplätzen an die Verfahrensführer vergeben werden, die dann üblicherweise verlost werden. Soweit keine gütliche Einigung zustande kommt, ergeht eine gerichtliche Entscheidung durch Beschluss, mit dem die Antragssteller bei einer positiven Entscheidung einstweilen zum Studium zugelassen werden, wobei, wie ausgeführt, die Verteilung je nach Gericht durch Los oder nach den Hochschulstartkriterien angeordnet wird. Diese vorläufigen Zulassungen werden erfahrungsgemäß dann häufig durch Einigung mit den Universitäten in Vollplätze umgewandelt

9. Rechtsmittel

Beiden Parteien (und damit dem Studenten wie auch der Universität) steht gegen eine gerichtliche Entscheidung die Möglichkeit einer Beschwerde zu, wobei über die Beschwerde der Verwaltungsgerichtshof bzw. das Oberverwaltungsgericht entscheidet.

Hierbei können sich weitere Plätze ergeben, soweit im Sinne der Studenten entscheiden wird. Soweit der Verwaltungsgerichtshof/das Oberverwaltungsgerichts die Entscheidung des Erstgerichts zu Lasten der Universität als nicht zutreffend ansieht, kann es im Ausnahmefall auch vorkommen, dass zugesprochene Plätze wieder entfallen. Dies ist jedoch relativ selten, nachdem sich die Verwaltungsgerichte üblicherweise an der Rechtsprechung der Oberverwaltungsgericht orientieren und von dieser normalerweise nicht abweichen.

Rechtliche Grundlage einer Studienplatzklage

Das Grundgesetz spricht den Bürgern in dem §12 Abs.1 ein freies Wahlrecht für den eigenen Beruf zu, sowie auch die Freiheit der Berufsausübung. Eine Verknappung an Studienplätzen von Seiten der Hochschulen kollidiert mit diesem Grundrecht. Dies gilt unter der Annahme, dass noch weitere Studienplätze vorhanden sind. An diesem Punkt setzt die Studienplatzklage an.

Verfassungsmäßigkeit der derzeitigen Vergabeverfahrens?

Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat mit Beschluss vom 19.03.2013 dem Bundesverfassungsgericht die Fragestellung vorgelegt, ob das derzeitige Vergabeverfahren gegen die Verfassung verstößt. Der Vorlagebeschluss des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen Az.: 6 K 4171/12 kann unter nachfolgendem Link aufgerufen werden:
Vorlagebeschluss Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen

Kosten

Es besteht grundsätzlich die Übernahme der Kosten durch eine Rechtsschutzversicherung. Nach einem Urteil des OLG Celle sind Rechtsschutzversicherer verpflichtet, für 10 Verfahren pro Semester aufzukommen. Leider ist ab dem Jahr 2011 eine Änderung dahingehend eingetreten, dass von allen Rechtsschutzversicherern sogenannte Studienplatzklagen überhaupt nicht mehr abgedeckt werden oder bestimmte Begrenzungen auf ein Verfahren sowie eine Wartezeit von 12 Monaten vorliegt. Damit macht es, soweit kein Altvertrag vorliegt, nur noch wenig Sinn, einen neuen Rechtsschutzversicherungsvertrag abzuschließen. Es gibt allerdings auch die Möglichkeit, eine Studienplatzklage günstig ohne eine entsprechende Versicherung zu führen. So ist es erfahrenen Rechtsanwälten möglich, abzuschätzen, bei welchen Hochschulen und Universitäten für eine Studienplatzklage Erfolgschancen bestehen. Weitere Informationen finden Sie unter Studienplatzklage Kosten.

Fristen

Für die erforderlichen Bewerbungen außerhalb der Kapazität sind teilweise frühe Fristen vorliegend. Wir empfehlen deshalb eine möglichst rasche Abstimmung / Kontaktaufnahme mit unserer Kanzlei.

Studienplatzklage Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin, Psychologie

Die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) vergibt für die Studiengänge Medizin (Humanmedizin), Pharmazie, Psychologie, Tiermedizin sowie Zahnmedizin jeweils in einem Auswahlverfahren die Studienzulassungen. Bei den Studiengängen Medizin, Pharmazie, Tiermedizin und Zahnmedizin handelt es sich jeweils um Staatsexamens-Studiengänge. Der Studiengang Psychologie, der inzwischen als Bachelorstudiengang angeboten wird, ist hier die Ausnahme. In Psychologie bestehen sehr hohe Aussichten einen Studienplatz zu erhalten, nachdem hier erfahrungsgemäß relativ wenige "Einkläger" vorhanden sind. Entsprechendes gilt für sonstige nichtmedizinische Universitäts- und FH Studiengänge.

Ein Medizin-Studium erfolgreich zu absolvieren ist für viele Abiturienten der nächste große Schritt. Abhängig von der Abiturnote und der Gesamtanzahl von Bewerbern für den jeweiligen Studiengang, reicht es nur bei 20% der Bewerber für eine direkte Zusage eines Studienplatzes aufgrund der eigenen Abiturnote. Weitere 20% der vorhandenen Studienplätze werden nach der jeweiligen Wartezeit vergeben. Die restlichen Plätze werden durch die Hochschule selbst vergeben. Die Studienplatzklage setzt daran an, dass als Grundrecht in Art 12 Abs 1 Satz 1 Grundgesetz jedem Staatsbürger das Recht auf freie Wahl des Berufes und der Ausbildungsstätte zugesichert ist. Dieses Recht kann nur im Rahmen des unbedingt Erforderlichen eingeschränkt werden. Deshalb sind die Hochschulen im Rahmen ihrer Kapazität verpflichtet, möglichst viele Studenten/innen auszubilden.

Die langjährigen Erfahrungen mit Studienplatzklagen ergeben, dass die Aussichten auf eine erfolgreiche Studienplatzklage auch von den jeweiligen Universitäten abhängt. Auf dem Uni-Kompass sind die Universitäten dargestellt, bei denen erfahrungsmäßig eine gute Erfolgsaussicht auf das Wunschstudium durch eine Studienplatzklage besteht.

In den medizinischen Kernfächern Medizin, Zahnmedizin und Tiermedizin für das erste Semester sind die Chancen im Rahmen eines gerichtlichen Verfahrens einen Studienplatz zu erhalten, in den letzten Jahren rückläufig. Dies beruht darauf, dass die Universitäten zwischenzeitlich freiwillig mehr reguläre Plätze vergeben, sodass die in gerichtlichen Verfahren zu erzielenden Studienplätze in den letzten Jahren im ersten Semester sich reduziert haben.

Studienplatzklage für nichtmedizinische Fächer

Studienplatzklagen sind in sämtlichen Fächern gegen die jeweiligen Universitäten/Fachhochschulen auch in fast allen Fachgebieten. Nachdem in nichtmedizinischen Fächern erfahrungsgemäß relativ wenige Bewerber vorliegend sind, sind hier die Chancen hoch, einen Platz zu erhalten.

Nachdem in Anbetracht der Vielzahl der Fachrichtungen eine allgemein erklärende Darstellung nicht möglich ist, stehen wir Ihnen hier gerne unverbindlich für telefonische Abstimmungen unter der Telefonnummer: 0951/5099917 zur Verfügung.

Erfolgreiche Studienplatzklagen mit Gebhardt & Kliemann

Eine Studienplatzklage ist von vielen Faktoren abhängig. Dies erfordert eine ständige Beobachtung der Rechtsprechung sowie des Verhaltens der einzelnen Universitäten, so dass eine Erfahrung auf dem Gebiet der Studienplatzklagen die Chance einen Studienplatz zu erhalten auch eine langjährige Erfahrung auf diesem Gebiet erfordert. Die Anwalts- und Fachanwaltskanzlei Gebhardt & Kliemann aus Bamberg verfügt über die notwendige Erfahrung und Engagement für Ihre erfolgreiche Studienplatzklage. Weitere Informationen zu Herrn Gebhardt finden Sie unter Rechtsanwalt Studienplatzklage. Natürlich steht Ihnen die Anwaltskanzlei Gebhardt & Kliemann neben Studienplatzklagen auch gerne bei weiteren Rechtsfragen zur Verfügung.
Studienplatzklage · Studienplatz · Medizin · Zahnmedizin · Tiermedizin · Wunschstudium · Rechtsanwalt · Humanmedizin · Veterinärmedizin · Studiengänge Medizinstudium · Zahnmedizinstudium
Studienplatz einklagen · Numerus clausus · ZVS · Lokale Zulassungsbeschränkungen